Unternehmensnachfolge – Unternehmerkinder wollen nicht übernehmen

Familienunternehmen in Deutschland stehen vor einem großen Nachfolgeproblem. Die Kinder der Eigentümer wollen lieber selber gründen oder ein Anstellungsverhältnis eingehen als den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Nur 0,8 Prozent von ihnen wollen nach dem abgeschlossenen Studium direkt die Firma übernehmen. Fünf Jahre nach dem Studium können sich das 4,2 Prozent vorstellen. Dies ergab eine aktuelle Studie eines großen Beratungsunternehmens.

Leider ziehen heutzutage viele Qualifizierte eine sichere, gut bezahlte Festanstellung dem risikoreichen Dasein des Unternehmers vor. Dazu kommt: Selbst bei einer möglichen familieninternen Lösung werden Unternehmer durch mögliche Änderungen des Erbschaftssteuergesetzes immens verunsichert.

Und auch die Nachfolgersuche außerhalb der eigenen Familienkreises ist kein Selbstläufer. Laut DIHK-Nachfolgereport steht statistisch fünf selbstständigen Unternehmern lediglich ein potentieller Nachfolgekandidat zur Verfügung. Hier entwickelt sich ein gravierendes Missverhältnis zwischen dem Angebot an Firmen und dem Angebot an Nachfolgern.

Falls doch einmal ein williger Nachfolger gefunden ist und es tatsächlich zu einer Übernahmeverhandlung kommt, scheitern diese oftmals an den Preisvorstellungen, die nicht in Einklang mit den Vorstellungen des Käufers und dem eigentlichen Unternehmenswert zu bringen sind.

Eine realistische Planung der zukünftigen Ertragslage inklusive einer objektiven Bewertung des Unternehmens ermöglicht das Zustandekommen einer marktgerechten Preisvorstellung. Ein Unternehmensgründer wird tendenziell für sein Lebenswerk einen hohen Preis ansetzen. Eine sachliche Betrachtung macht es beiden Seiten (Verkäufer und Käufer) leichter, den tatsächlichen Unternehmenswert zu ermitteln und einen für beide angemessenen Preispunkt zu finden. Dafür sollte man ausgewiesene Fachexperten kontaktieren und dabei nicht vergessen, alle notwendigen und relevanten Verträge, Versicherungen und sonstige Unterlagen in einem geordneten und vollständigen Zustand mitzubringen.

Dies macht es den Parteien und dem Spezialisten leichter, mögliche Risiken, „Deal Stopper“ oder Verkaufsfallen („Leichen im Keller“) zu entdecken und damit von vornherein zu umkurven.

Qualifizierte Sachverständige wie Wirtschaftsprüfer sind für diese Aufgabe die bevorzugten Ansprechpartner. Mit deren Hilfe lässt sich die Korrektheit der geführten Unterlagen gewährleisten – das erzeugt Vertrauen! Nicht nur auf der wichtigen Käuferseite, sondern auch im Rahmen der Bankgespräche zur Finanzierung der Unternehmensübernahme.

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